Lolita Seamstress IV

16.02.2016
Asche über mein Haupt!
Meine Reihe Lolita Seamstress (Teil I, II und III) habe ich für eine halbe Ewigkeit vergessen. Der letzte Post ist bereits über 3 Jahre her, oje!

Obwohl ich es als eins der wichtigeren Beiträge hier auf meinem Blog halte (zumindest liegt mir der Content näher am Herzen), habe ich schlicht vergessen, neues zu schreiben. Nun das will ich hier nicht so stehen lassen, und stelle euch nun (endlich) den vierten Teil der Reihe vor. Dabei erläutere ich die verschiedenen Grundschnitte für Lolita-Röcke.



Röcke sind wesentlich einfacher zu nähen als Kleider. Das ist auch logisch, da die obere (und komplizierte) Hälfte fehlt. Beim Rock muss man lediglich beim Bund und Länge individuell anpassen, alle anderen Maße sind uniform (abgesehen von Sondergrößen natürlich).
Daher rate ich gerne Anfängern zuerst mit Röcken zu üben, um ein Gefühl und die Methodik vom Nähen zu erlernen/gewöhnen. Wenn man dann die Grundtechniken beherrscht, ist es einfacher die Aufmerksamkeit voll dem Schnitt zuzuwenden.

Lolita-Röcke basieren auf 3 grundlegendenen Schnitten, die immer wieder verwendet werden: Wiener Naht-Rock, Gestufter Rock und Rechteck-Rock.

Folgende Schnittzeichnungen sind nicht mit richtigen Längenverhältnissen aufgezeichnet. Sie sollen lediglich die möglichen Schnittteile für das Kleidungsstück zeigen.

- High Waist Skirt von Atelier Pierrot -

Bei der Wiener Naht-Version besteht der Rock aus vier Stoffkeilen, die seitlich zusammengenäht werden. Dadurch kann der Rock ohne Faltungen am Bund anliegen. Je länger der Rock wird, desto mehr Umfang nimmt es an. Das ergibt die bekannte A-Linie Silhouette! Dieser Schnitt sieht man vor allem beim Classic Stil.

- School Sailor Tiered Skirt von Meta -

Der gestufter Rock besteht aus zwei bis mehreren Stoffbahnen (meist sind es drei), die gerafft an der Vorgänger-Bahn angenäht werden. An der Schluss-Bahn kann relativ viel Saumweite zusammenkommen, da für den schönen Rüsch-Effekt meist 1,5- bis 2-fache Länge genommen wird. Dadurch wird viel Stoff verbraucht und der Rock gleicht vom Umfang her annähernd einem Tellerrock.

- Marine Kingdom Skirt von AP -

Der Rechteck-Rock (ich weiß nicht, ob das der richtige Begriff dafür ist) ist der am meisten verwendete Schnitt für die Röcke. Es ist am einfachsten, da es von allen Schnitten der simpelste  ist. Besonders für Röcke mit einem (umlaufenden) Print ist es sehr geeignet, da hier nur eine vertikale Naht gibt.

Das waren die wichtigsten Schnitte und zu 90% kommt man mit diesen immer zum gewünschten Ziel. Davon gibt es dann verschiedenen Variationen, z.B. am Bund (High Waist, kurvig, elastisch, etc.), bei dem Rock (mehrlagig, zackig, Bustle etc.) oder am Saum (Rüsche, Spitze, etc.) usw.
Alle Lolita-Röcke haben aber eins gemeinsam; der Saum ist mindestens 2 m lang, der Durchschnitt liegt bei 2,20 m. Des öfteren geht es auch bis zu 3 m.
Was die Länge angeht, schwankt das etwas je nach Person. Der Rock sollte knie-umspielend sein, d.h. ungefähr die Kniehöhe plusminus 1-3 cm darüber oder darunter. IdR. pendelt es zwischen 45-50 cm Länge ein.

Seltener gibt es andere Schnittvariationen. Eine davon ist das, was ich den "gerafften Wiener Naht"-Rock nenne. Hierbei sind die Stoffkeile von der Wiener Naht-Version breiter, so dass man das ganze am Bund raffen muss, um anzunähen. Der Look ist dann etwas weniger voluminös als bei den Rechteck-Röcken.

- Be my Valentine ~ Juno's Blessings and Aria of Birds Skirt von Baby -

Ganz selten gibt es dann den klassischen Tellerrock. Manchmal wird hier nicht der volle Kreisumfang genommen, sondern ein Bruchteil davon wird ausgelassen. Das ist abhängig vom Design des Rockes. Hier gibt es auch eine Ausnahme bei der Saumweite, da es meist mehr als 2-3 m sind.

- Flower Bottle Circular Skirt von Meta -

Ausgehend von diesen Schnittmustern bauen auch die Kleider auf, da für die obere Hälfte nur der passende Schnitt ausgesucht werden muss (siehe Lolita Seamstress II).

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