Lolita Seamstress V

27.02.2016
Beim letzten Teil haben wir bereits sehr ausführlich die möglichen Schnittteile für Lolita-Röcke besprochen. Für die Lolita-Kleider fehlen aber noch die passenden Schnittmuster. Zwar wurde im zweiten Teil erklärt, welche Schnittmuster für bestimmte Kleider-Typen für Lolita gibt. Aber auf die einzelnen möglichen Muster für den Bodice wurde nicht eingegangen. Daher geht es in diesem Teil um die verschiedenen Schnittmuster für das Bodice!



Nach 10 Jahren Näh-Erfahrung für Lolita-Kleidung habe ich für das Bodice meist 3 verschiedene Schnittmuster gesehen. Diese Muster habe ich bereits in Teil I erwähnt, daher ist es nichts neues für euch.
Man geht von folgenen Mustern aus: Wiener Naht, Muster mit Abnäher und der Corsagen/Korsettschnitt. (Folgende Schnittteile sind nicht maßstabgetreu.)


- Baked Sweet Paradise von AP -

Der Wiener Naht-Schnitt ist ein sehr schöner Schnitt. Die Nähte verlaufen in einer Bogenform von der Taillennaht hoch zur Armkugel. Beim Beispiel kann man die Nähte besonders gut erkennen, da eine Spitze mit zwischen eingefasst wurde.


- Baby Doll von Baby -

Abnäher sind einfacher im Schnitt einzubauen als die Wiener Nähte, dafür schaut es nicht so "schön" aus. Meist verwende ich sie eher bei Uni-Stoffen, aber an sich gibt es da keine Regel, wann welcher Schnitt verwendet wird.


- Eternal dream starlight Parade von AatP -

Der Corsagenschnitt ist durch die vielen Teile mühsamer zu nähen, aber dafür kann sich das Bodice viel besser und enger an dem Oberkörper sitzen. Es muss jetzt nicht unbedingt so viele Einzelteile sein, mit weniger (oder mehr) geht es auch.

Mit diesen 3 Schnittmustern kann man so gut wie (fast) alle Kleider abdecken. Hiervon gibt es dann verschiedene Variationen, die man kombinieren bzw. erweitern kann.

Angesetzter Träger oder übergehende Träger
- Celestial Harmonia~Angelic melody upon the stars~Polaris von Baby -

Angesetzte Träger sind einfacher zu nähen als die übergehenden, weil das Annähen des Beleges dadurch komplitzierter wird.  Hierfür lässt man nämlich die Schulternähte bis zum Schluss offen, während man zuvor die Belege annäht.


Einsätze: Lang, rechteckig oder rund
- Elisabeth Unicorn, Luminous Sanctuary, Nun Piece Set von AP -

Bei den langen kann man nicht wirklich von einem Einsatz reden, sondern eher von einem Extra-Bodice-Schnittteil. Bei den Einsätzen sollte man sehr gut darauf achten, dass man diese gut einnäht, damit keine Falten oder Dellen entstehen.

High Waist
- Wonder Carousel Angel Collar CL, Strawberry Crown Short Sleeve von Meta -

Bei dem High Waist muss man die Taillennaht nur nach oben verschieben. Sei es nun ganz oben vor der Brust oder unterhalb der Brust. Je höher die Naht ist, desto weniger Umfang sollte man dem Rock geben, sonst schaut es schnell nach Zelt aus.

Biesen
- Joanna JSK von IW -

Für Biesen wird der Stoff längs eingefaltet und dann im Abstand von 0,5-1 cm zum Rand eine Naht gesteppt. Im Muster muss man die Menge Stoff, die abgenommen wird, mit dazu geben, sodass es am Ende nicht zu eng wird.

Tiefe Taille
- Margaret JSK von VM -

Anders beim High Waist wird die Taillennaht unter der natürlichen Taillenhöhe angesetzt. Dabei muss man ab Taille Umfang dazugeben, damit das Kleid der beginnenden Hüfte folgt. Dieser Schnitt wirkt besonders "erwachsen" und "elegant".

Underbust
- Side Frill, The Wizarding Platform von AatP -

Der Ausschnitt geht bis unterhalb der Brust runter. Wenn der Ausschnitt noch vor der Brusthöhe endet, nennt man es nicht Underbust, aber ich nehme diese Version dennoch mit in diese Gruppe auf.

Spitzer Bodice
- Sylvia, Swan Lake von AatP -

Anstatt die Taillennaht gerade zu nähen, kann das Bodice vorne spitz zulaufen. Der Schnitt des Rockes ändert sich dadurch ein wenig, damit es an der gleichen Stelle der Saum nicht überhängt. Dadurch wirkt das Kleid eleganter und wird oft mit dem Corsagenschnitt kombiniert.

Neckholder
- School Girl Halterneck, Royal Creamy Chocolate, Wonder Cookie Bustier, Radiant Candlelight von AP -

Die Träger werden hinten im Nacken entweder verknotet oder mit Knopf oder Haken zusammengeheftet. Die übergehenden Trägern müssen dabei im Schnitt in Richtung Nacken zeigen und nicht wie sonst gerade zur Schulter verlaufen. Eine andere Form des Neckholders ist der mit dem Stehkragen, wohin das Bodice spitz zuläuft.

Die Schnürung und das Shirring werden in einem anderen Teil der Reihe besprochen. Ansonsten gibt es noch einige andere Elemente, die man aber nicht oft bei Lolita sieht, wie z.B. ein V-Ausschnitt. Mir fallen sonst aber keine anderen typischen Schnittmuster-ändernde Elemente ein. Falls ihr aber noch eins kennt, dann schreibt es in den Kommentaren.

~ Die Lolita Seamstress-Reihe ~

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