Wa Lolita JSK: Teil 2

05.04.2018
Relativ zügig ging es mit dem Wa JSK weiter, da die fehlenden Spitzenbänder recht schnell bei mir ankamen. Daher konnte ich an das Kniffligste des Kleids arbeiten: das Oberteil!



Zuerst nähte ich an den mittleren und seitlichen Oberteilen die Blendenteile an. Zwischen ihnen ist eine Spitze eingenäht, weswegen ich warten musste.


Damit ich nachher keine böse Überraschung erlebte, hatte ich die Teile provisorisch an den Obi gesteckt ... und ja, es passte alles. Jetzt begann das Umdenken, da die mittleren Teile an der jeweiligen Seitenkante einmal außen am Oberstoff und einmal innen am Futter genäht wurden. Damit es geht, musste das Futter bereits an der Oberkante angenäht sein. Und zwischen den Lagen wurden bereits die Träger eingenäht. An einigen Stellen wurden die Nähte offen gelassen, damit die besagten Seitenkanten später angenäht werden konnten.


Die Futterteile sind länger als die Teile aus Oberstoff, da noch der Obi fehlte, und bei einem mittleren Vorderteil reicht das besagte Futter nur bis zur Unterkante, da es vom anderen überlappt wird. Klingt komplizierter als es ist, wenn es einmal räumlich erfasst ist. 


Nachdem die Vorderseite fertig ist, konnte auch die Rückseite mit dem Shirring angenäht. Hier musste natürlich auch das Futter mit ran. Normalerweise wird eigentlich zuerst die Außenseite genäht, bevor das Futter reinkommt. Hier aber muss alles mehr oder weniger gleichzeitig geschehen, da auf der Vorderseite diese Überlappung existiert.


An dem Oberteil war es ein leichtes gewesen, den Rock anzunähen. Ich musste lediglich darauf achten, dass der Schlitz genau unter der rechten Wiener Naht befindet. (Die Orientierung der Überlappung, links über rechts, kommt nicht von ungefähr. Kimonos werden nämlich so getragen. Andersrum, rechts über links, trägt man nur für eine Situation, und zwar der Tote bei der eigenen Beerdigung.) Außerdem habe ich am Rocksaum eine weitere goldene Spitze angebracht.


Es fehlte nur noch das Futter für den Rock, worauf das Bustle aufgenäht wurde, der durch den Schlitz zu sehen ist. Dafür habe ich grob abgeschätzt, an welcher Stelle auf dem Rockfutter der Schlitz befinden müsste, und dann großzügig breite Stoffrüschen von unten nach oben aufgenäht. Hierbei werden die Rüschenbahnen nach oben hin etwas schmaler und schmaler. Am Futtersaum selbst wurde ebenfalls die Endrüsche angenäht, die unter der Spitze zu sehen ist.


Während ich mit dem Kleid beschäftigt war, fiel mir dann siedend heiß ein, dass ich eigentlich gar keine passende Bluse für habe. Da der Begleitstoff ganz dunkles Anthrazit ist, passen meine schwarzen Blusen nicht dazu. Vom Begleitstoff habe ich natürlich nicht genug über, um daraus eine zu nähen. Was nun? Beim Durchsuchen meiner Stoffvorräte fand ich den dunkelgrauen Spitzenstoff wieder, den ich entweder beim vorletzten oder vorvorletzten Stoffmarkt Holland-Besuch gekauft habe - einfach so ohne konkrete Nähvorstellung, weil es dort sehr selten schönen und günstigen Spitzenstoff gibt. Nach einem kurzen Farbcheck stand es fest, dass ich daraus eine Spitzenbluse mit Stehkragen mache. Für etwas mehr Raffinesse plante ich außerdem eine vordere Passe ein, die gerüscht ist, und mit einer Chiffonrüsche abgesetzt ist. Die Ärmel werden auf Handgelenkhöhe mit Gummifäden gesmokt, sodass ein "Rüschensaum" entsteht.

Gerüschte Passe auf der Vorderseite

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